Solarpark kann 330 Haushalte versorgen

17.06.2020
Industriepark Altensteig-Egenhausen: Stadtwerke Altensteig investieren 470.000 Euro / Größte Bienenweide der Region

Das Wetter passte nicht so recht zum Anlass: Beim Spatenstich für den Solarpark im Industriepark Altensteig-Egenhausen war der Himmel wolkenverhangen. Auch einige Tropfen fielen vom Himmel. Dafür strahlten die Verantwortlichen über den schnellen Fortschritt des Projektes. Gerade einmal rund zwei Wochen ist es her, dass die Gemeinderäte in Altensteig und Egenhausen den Baubeschluss für den rund 6500 Quadratmeter großen Solarpark gefasst haben. Und zum Spatenstich waren die ersten Module bereits montiert.

„Es gibt mehrere Punkte, die für dieses Projekt sprechen“, sagte Altensteigs Bürgermeister Gerhard Feeß. Der Ausbau der erneuerbaren Energien genießt seit einigen Jahren große Priorität, um eine nachhaltige Energiewende zu schaffen. Aber auch ökonomisch sei der Solarpark eine überaus sinnvolle Investition. Wichtig sei auch, dass keine Gewerbe- oder Landwirtschaftsfläche für den Solarpark belegt werde sondern eine Brachfläche. Außerdem wird unter den Solarmodulen eine große Bienenweide gepflanzt, die einen wertvollen Lebensraum für Bienen und andere Insekten bietet. Gepflanzt wird die Bienenweide im kommenden Frühjahr, denn das Jahr ist zu weit vorangeschritten. Schließlich zeige das Projekt, dass mit interkommunalen Projekten oft mehr erreicht werden kann als allein.

Egenhausens Bürgermeister Sven Holder pflichtete seinem Altensteiger Amtskollegen bei: „Der Solarpark untermauert unsere gute Zusammenarbeit.“ Es mache sich jetzt bezahlt, dass bereits im Bebauungsplan die Fläche für Photovoltaik ausgewiesen wurde. Beide Bürgermeister dankten den Gremien, die das Projekt mit ihren Beschlüssen ermöglichen, aber auch dem Team der Stadtwerke Altensteig, dass das Projekt umsetzt.

Über die technischen Daten der Anlage informierte Günther Garbe. Der Solarpark liefert mit knapp 750 Kilowatt Leistung einen Ertrag von rund 800.000 Kilowattstunden pro Jahr. Damit können etwa 330 Haushalte versorgt werden. Verbaut werden Siliziummodule, die zu mehr als 90 Prozent recycelt werden können. „Mit diesen Modulen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Garbe. Bereits Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Insgesamt werden rund 470.000 Euro in die Anlage investiert. Eine zweite Fläche mit ebenfalls rund 6500 Quadratmetern soll in einem zweiten Bauabschnitt realisiert werden.
Die Stadtwerke Altensteig engagieren sich bereits seit vielen Jahren im Bereich der Erneuerbaren Energien. 18 eigene Photovoltaikanlagen sind bereits in Betrieb. Dazu kommen Beteiligungen an Solar- und Windparks. Außerdem sind an der Nagold sechs Wasserkraftanlagen in Betrieb und in Wart wird aktuell ein Wärmenetz errichtet, das von einem Biomassekessel befeuert wird. Holzhackschnitzel aus der Region dafür lagern bereits in Sichtweite des Solarparks im Turmfeld.

Angesichts dieses Strommixes konnte Günther Garbe dem durchwachsenen Wetter eben-falls Positives abgewinnen: „Der Regen ist gut für unsere Wasserkraftanlagen. Sonne brauchen wir erst, wenn der Solarpark fertig aufgebaut ist.“