Solarkreisliga im Landkreis Calw erfolgreich gestartet

17.09.2020
Solarboom auch im Nordschwarzwald spürbar - Zubau in der Kommune Egenhausen am höchsten

Das PV-Netzwerk Nordschwarzwald hat im Landkreis Calw eine Solarkreisliga gestartet. Damit wird die Solarbundesliga, die von der Fachzeitschrift „Solarthemen“ und der Deutschen Umwelthilfe vor knapp 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, auf Kreisebene umgesetzt. „Das PV-Netzwerk möchte damit zum einen dokumentieren, dass im Landkreis Calw viele Solaranlagen neu gebaut werden“, erläutert Monika Falkenthal von der Gemeinschaft der Energieberater die Motivation. „Zum anderen wollen wir aber auch zeigen, dass es zwischen den einzelnen Kommunen große Unterschiede gibt. „Anhand der Solarkreisliga im Kreis Calw sollen die Erfolgsfaktoren für Solarstrom spielerisch bekannt gemacht werden, um so Klimaschutz und regionale Wertschöpfung zu verbinden“, so Elias Weigel, Klimaschutzmanager des Landkreises.

„Wir wollen in Zusammenarbeit mit den vorne platzierten Kommunen zeigen, welche Ansätze Erfolg versprechend sind“, erläutert Jörg Dürr-Pucher von Clean Energy. „Nur durch gute Beispiele werden wir ungerechtfertigten Vorurteilen gegenüber Solarstrom begegnen können.“ Die Solaranlage auf dem Dach soll schon vor der für 2022 geplanten Solardach-Pflicht der Normalfall im Landkreis Calw werden: nicht nur beim Neubau sondern auch im Bestand, nicht nur im Gewerbe sondern auch auf Privatgebäuden.

Für die Rangliste der Solarkreisliga wird in jedem Quartal des Jahres der Zubau an Dach-PV-Leistung pro Einwohner gewertet. Der Zubau an Freiflächenphotovoltaik wird dabei nicht berücksichtigt. Im ersten Quartal 2020 liegt die Gemeinde Egenhausen mit großem Abstand auf Platz 1 mit 260,5 Wp/Einwohner, gefolgt von der Stadt Calw mit 30,4 Wp/Einwohner, dicht dahinter auf Platz 3 die Gemeinde Neuweiler mit 29,0 Wp/Einwohner.

Ausschlaggebend für den großen Vorsprung beim Zubau in Egenhausen ist die im 1. Quartal ans Netz gegangene Anlage des landwirtschaftlichen Betriebes Hammer mit einer Leistung von rund 400 kWp. Der damit erzeugte Strom wird hauptsächlich im Betrieb selbst genutzt, zusätzlich speist eine Biogasanlage umweltverträglich erzeugten Strom ins Netz. Doch auch der Zubau von PV-Leistung auf weiteren privaten Dächern hat zum Erfolg der Gemeinde beigetragen. „Derzeit werden in unserer Gemeinde erfreulicherweise viele Neubauvorhaben und Gebäudesanierungen realisiert. Unser ausgewiesenes Sanierungsgebiet und die damit verbunden Sanierung von Dächern haben unter anderem einige Mitbürger zum Anlass genommen auf eigenproduzierten Solarstrom zu setzen“, so Bürgermeister Holder, der sichtlich dankbar und stolz den Siegerpreis für das erste Quartal entgegennahm. „Dieser Preis spiegelt die Leistung der gesamten Gemeinde Egenhausen wider.“

Der Preis ist derzeit im Rathaus während den Öffnungszeiten öffentlich einsehbar.

Erste grundlegende Informationen zum Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg und allen regionalen Akteuren gibt es unter www.photovoltaik-bw.de .
Alle Informationen zum Erwerb und Betrieb von Solaranlagen sowie regionalen Fachpartnern stellt das Photovoltaik-Netzwerk ab sofort auf der Internetseite www.photovoltaik-bw.de zur Verfügung.


Bildunterschrift:
Als Vertreterin des PV-Netzwerkes Nordschwarzwald überreichte Monika Falkenthal den Kreispokal für das erste Quartal 2020 an Bürgermeister Holder, mit im Bild die Brüder Florian und Johannes Hammer. Gut zu sehen ist im Hintergrund die Photovoltaikanlage der Familie Hammer.