Landkreis Calw setzt auf digitale Kontaktnachverfolgung für mögliche Öffnungsszenarien

29.03.2021
Startschuss für luca-App – bereits 37 Betreiber registriert

Die digitale Kontaktnachverfolgung per App zur Eindämmung der Corona-Pandemie kann einen wichtigen Beitrag zur Begleitung möglicher Öffnungsszenarien leisten. Als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg setzt der Landkreis Calw die luca-App schrittweise zur lückenlosen Kontaktpersonennachverfolgung ein und hat hierfür bereits sämtliche technische und administrative Voraussetzungen geschaffen.

Die luca-App ist für Bürgerinnen und Bürger, Veranstalter und Betreiber wie auch für die Gesundheitsämter geeignet und verknüpft vorhandene Datenwege. So kann sie z.B. mit dem bereits etablierten Programm SORMAS (Software zur verwaltungsinternen Kontaktverfolgung), die im Calwer Gesundheitsamt bereits seit Oktober 2020 vollumfänglich eingesetzt wird, verknüpft werden. Der Kreis Calw gehört zu den Pilotanwendern in Baden-Württemberg, sowohl für das Programm SORMAS als auch für die luca-App. Papierformulare in Gastronomie, Einzelhandel, Kulturbetrieben können durch einen kurzen QR-Scan ersetzt werden. Für Bürgerinnen und Bürger ohne Handy gibt es die Option eines Schlüsselanhängers, der durch den Betreiber eingescannt wird. Um einen flächendeckenden Einsatz der luca-App zu ermöglichen, wird die Landkreisverwaltung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren zum Start solche Schlüsselanhänger verteilen.

Tritt ein Infektionsfall ein, werden alle Gäste der Veranstaltung automatisch informiert. Parallel werden die Gesundheitsämter informiert, die nach erfolgter Autorisierung Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste haben. So wird der Prozess der Nachverfolgung beschleunigt.

„Die digitale Kontaktnachverfolgung wird unsere Öffnungsstrategie begleiten müssen, so lange die Bevölkerung noch nicht durchimpft ist. Unser Ziel ist es, den Betreibern im Landkreis Calw eine möglichst unbürokratische Lösung hierfür zu bieten. Die luca-App ist eine Neuheit und wir im Landkreis Calw wollen hier modellhaft vorangehen“, so Landrat Helmut Riegger.

„Die Gastronomie- und Hotelbetreiber warten seit Monaten auf eine Perspektive und eine entsprechende Hygienekonzeption. Die digitale Kontaktnachverfolgung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Öffnung“, so Ricarda Becker, stellvertretende Direktorin Hotel Therme Teinach.

„Im Kreis Calw ist ein kontaktarmer Tourismusbetrieb, zum Beispiel Wanderurlaube, gut möglich. Zudem kann die luca-App an den Stellen helfen, wo doch mal mehrere Menschen zusammenkommen, wie an bekannten Ausflugszielen“, so René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald.

„Der kleinteilige Einzelhandel im Kreis Calw lässt Öffnungen sicher zu – das hat die leider kurze Öffnungsphase in der letzten Woche gezeigt. Die App macht Begegnungsaufzeichnungen für Händler einfacher und den Besuch im Einzelhandel für die Kundschaft dadurch noch sicherer“, so Jürgen Ott, Vorsitzender des Gewerbevereins Calw.

Die QR-Codes der luca-App können beispielsweise in der Gastronomie, im Einzelhandel, in Apotheken und Arztpraxen, in Firmen, im Rahmen von religiösen Zusammenkünften wie Gottesdiensten, in Pflegeeinrichtungen, im ÖPNV oder in Hotels genutzt werden. Die Daten der Nutzerinnen und Nutzer der App werden hierbei verschlüsselt und nur nach Einwilligung übermittelt. Wenn ein positiver Krankheitsfall auftritt, wendet sich das Gesundheitsamt an die betroffene Person und bittet diese um Freigabe der personalisierte Kontaktdaten. So ist der Datenschutz gewährt. Auch das Landratsamt Calw nutzt die App intern, um Kontakte, z.B. bei unvermeidbaren Dienstbesprechungen, nachzuverfolgen.

Informationsmaterial für Betreiber (Plakate und Druckvorlagen) wird im Laufe der kommenden Woche auf der Website des Landratsamts (www.kreis-calw.de/luca) zum Download zur Verfügung stehen.


Foto: Landratsamt Calw