Kostensteigerungen müssen umgelegt werden

15.10.2021

Die Wasser- und Abwassergebühren sind eng an die vorhandenen Kosten geknüpft. Die Gemeinde ist daran gebunden, die entstehenden Kosten auf die Nutzer umzulegen, da diese Einrichtungen sonst aus allgemeinen Steuermitteln finanziert werden müssten und die Gefahr besteht, dass Zuschussmittel eingebüßt werden. Die Abwassergebühr wurde vor zehn Jahren, der Wasserzins vor sechs Jahren angehoben. Es ist nicht überraschend, dass nach so langer Zeit die Kosten in diesen Bereichen angestiegen sind. Alleine die Betriebskosten, welche an den Abwasserzweckverband Altensteig zu zahlen sind, sind in den letzten sechs Jahren um fast 50 % auf 189.000 € angewachsen. Auch der Wasserpreis, der von den Stadtwerken Altensteig in Rechnung gestellt wird, ist seit 2015 um 27 Cent erhöht worden. Diese Kosten wurden bisher noch nicht auf unsere Gebührenzahler umgelegt. Dann kommt hinzu, dass die zahlreichen Investitionen im Kanal- und Wasserbereich der letzten Jahre die Kostenseite durch Abschreibung und Verzinsung nicht unwesentlich erhöht haben.

 
Abwasser und Wasser werden nach 10 bzw. 6 Jahren teurer.

Durch all diese Kostenerhöhungen war es daher nicht zu vermeiden, dass der Gemeinderat eine Anhebung der Gebühren ab dem nächsten Jahr beschlossen hat. Die Schmutzwassergebühr erhöht sich von 2,50 €/cbm auf 2,74 €/cbm, die Niederschlagswassergebühr von 50 auf 71 Cent pro qm versiegelter Fläche und der Wasserzins von 2,20 €/cbm auf 2,40 €/cbm. Dabei war es Verwaltung und Gemeinderat wichtig zu betonen, dass Ermessensspielräume zugunsten des Gebührenzahlers ausgenutzt worden. So wurde zum Beispiel auf eine Umlegung der entstandenen Kostenunterdeckungen aus Vorjahren beim Abwasser verzichtet und beim Wasserzins ein noch vorhandener Überschuss gutgeschrieben. Die Gebühren sollen mindestens zwei Jahre stabil gehalten werden.

Aus der Mitte des Gremiums wurde angeregt, bei Gelegenheit die Hofflächen zu überprüfen, welche bei der Niederschlagswassergebühr eine Rolle spielen. Laut Abwassersatzung ist jeder Eigentümer verpflichtet, u.a. eine Veränderung seiner versiegelten Fläche zu melden.